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Lany (Jan 2017)

Die Geschichte der kleinen Lany ist so bemerkenswert, dass wir sie auf unseren Blog stellen wollten, obwohl sie nicht vermittelt wird.

Am 12. Oktober 2016 erreichte uns zu Mittag der verzeifelte Notruf eines jungen Mädchens, dass ihr acht Wochen altes Kätzchen sich so unglücklich in der Abdeckung des Geschirrspülers versteckt hatte, dass es beim Öffnen dessen im Brustbereich massiv eingeklemmt worden war. Als die kleine Lany mit ihrer Familie zu uns kam war sie ein somnolenter Schockpatient und im ersten Moment sah es aus als wäre sie nicht zu retten. Wir haben uns aber in Absprache mit der Familie dazu entschieden das Kätzchen stationär aufzunehmen und intesiv zu therapieren. Nach der Erstversorgung und Schocktherapie wurde bald  klar, dass Sie überleben würde. Am zweiten Tag zeigte Lany allerdings weiterhin eine schlaffe Lähmung der Hinterextremitäten und des Schwanzes. Obwohl sich ihr Allgemeinzustand zusehens verbesserte und sie voller Hunger nach Nahrung und Leben war, hätte eine komplette Querschnittlähmng die Euthanasie notwendig gemacht. Sowohl die Literatur als auch hinzugezogene Neurologen stellten eine schlechte Prognose. Auf dem Röntgenbild war allerdings zu sehen, dass die Wirbelsäule unverletzt war und es sich um einen spinalen Schock mit Nervenschädigung und nicht um ein komplettes Transversalsyndrom handelte. Nach einer Woche Medikation, K- Laser- und Physiotherapie zeigten sich erste Fortschritte und gewisse Reflexe kehrten zurück. Die Hinterbeine wurden aber weiterhin nicht verwendet und die Blase mußte ihr mehrmals am Tag aussmassiert werden. Lany entwickelte eine unglaublche Wendigkeit auf ihren zwei Vorderpfoten, die Hinterbeine wurden bewegungslos nachgeschleift. Nach einer weiteren Rehabilitationszeit von drei Wochen und intensiver Therapie kehrte dann aber auch eine gewisse Beweglichkeit in den Hinterbeinen zurück und so wurde Lany, wenn auch etwas wackelig, aber auf allen vieren gehend in häusliche Pflege entlassen.

Nach knapp drei Monaten kam sie dann wieder zu uns in die Ordination auf Grund einer permanenten Harn und Kotinkontinenz, was bei einer reinen Wohnungshaltung (ohne Garten) auf Dauer nicht zu managen ist. Sie war uns natürlich in der Zwischenzeit sehr ans Herz gewachsen und wir haben sie wieder stationär aufgenommen und weiter therapiert. Lany ist jetzt neun Monate alt und trotz ihres schweren Traumas sehr weit gekommen, d.h. wir geben nicht auf. Neurologische Patienten machen oft noch nach längerer Zeit kleine Fortschritte. Für den Fall, dass sie auch mittelfristig Harn und Kotabsatz nicht kontrollieren kann, hatten wir und ihre Familie ursprünglich den Plan einen reinen Freigängerplatz mit Unterschlupfmöglichkeiten für sie zu finden, weil dieses Problem dann nicht so eine Rolle gespielt hätte. Lany hat es anders entschieden: sie hat uns bezaubert und fühlt sich in der Ordination zu Hause. Sie wird, nachdem unser geliebter Kater James uns verlassen hat, wohl in seine Fußstapfen treten und dauerhaft bei uns bleiben…..